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Interview mit Dino Chiesa

„WENN ER DEN SIEG IM KOPF HAT, WIRD ER AUCH KOMMEN.“

Er gehört wohl zu den berühmtesten Menschen im internationalen Kartsport, DINO CHIESA. Der Italiener hat ein eigenes Kartsportteam und baut seit mehr als 35 Jahren erfolgreich Chassis. Vergangenes Jahr gründete der Italiener die Marke Kart Republic, die seitdem über Dörr Motorsport im deutschsprachigen Raum vertrieben wird. Ein Interview.

Wenn jemand im Kartsport erfolgreich sein möchte, geht er dann einfach zu dir und du machst das?

So einfach ist es leider nicht. Meine Ratschläge sind sicher gut, aber am Ende entscheiden Kontinuität, Fokussierung und harte Arbeit. Wenn du einen Monat mal nicht an der Kartbahn warst, fährst du den anderen schon hinterher. Und ich achte auch sehr darauf, dass dies innerhalb meines Teams genauso umgesetzt wird: ein gutes Team, das sich über Jahre gleich zusammensetzt und hart arbeitet. Das macht meinen Erfolg aus.

Nico Rosberg und Lewis Hamilton waren ebenfalls Teil der Chiesa-Familie. Wie hat sich der Kartsport seitdem verändert?

Als Nico und Lewis in meinem Team waren, begann ein Veränderungsprozess. Kartsport ist mittlerweile eine hoch professionalisierte Branche. Die Basis war und ist auch heute noch immer eine gute Technologie, und das Quäntchen Glück gehört auch dazu. So besteht theoretisch für 35 Fahrer auf dem Grid mit dem richtigen Material die Chance auf einen Sieg. Am Ende haben aber das wirkliche Potenzial dazu gerade mal drei oder vier. Heute geht es viel mehr um das fahrerische Können des Sportlers. Das hat sich sehr verändert zur Zeit vor Rosberg & Co. Im Vergleich dazu: Im GT-Sport macht der Fahrer rund zehn Prozent aus, im Kartsport sind es mit Sicherheit 70 Prozent. Sein Mindset muss stimmen. Wenn er den Sieg im Kopf hat, wird er auch kommen.

Nun arbeitest du auch mit Thomas Braumüller von TB Motorsport und Rainer Dörr als Importeur von Kart Republic. Ein erstes Fazit?

Thomas kenne ich schon seit mehr als zehn Jahren. Ich mag ihn sehr, weil wir eine ähnliche Sichtweise auf unseren Job haben. Wir sprechen fünf Minuten, und alles ist klar. Er ist ein echter Freund für mich. Rainer kenne ich ein Jahr. Ich mag seine Sicht auf die Dinge als Geschäftsmann. Er hat die Chance erkannt, welche Möglichkeiten sich als Teil der Kart-Republic-Familie ergeben. Ich bin sehr froh über die Zusammenarbeit mit Rainer, ein sehr seriöser Geschäftsmann mit einer sehr netten Familie.

Die Söhne von Evelyn und Rainer Dörr, Phil und Ben, sitzen seit Jahren erfolgreich im Kart am Steuer. Was rätst du ihnen für ihre Zukunft?

Jeder Erfolg im Motorsport beginnt im Kart. Die Jungs, die heute in die Formel 1 wollen, sind gutgestellte Kinder, die sich um Geld keine Gedanken machen müssen. Phil und Ben sollen sich jetzt genau überlegen, wo sie ihre Ziele im Motorsport sehen. Das Leben ist nicht immer einfach, und wenn die Formel 1 so weitermacht, wird sie nur noch ein Bezahlsport sein. Phil und Ben arbeiten hart, um etwas zu erreichen; da sind sie wie Rainer.

Vor einem Jahr hast du selbst eine weitreichende Entscheidung in deinem Leben getroffen. Du hast deine eigene Marke Kart Republic gegründet.

Wie geht es dir damit? Es war eine sehr gute Chance, viele Dinge zu ändern. Ich habe mich von Zanardi getrennt, weil sich die Rahmenbedingungen geändert hatten. Mit Alessandro verstehe ich mich immer noch sehr gut. Bei mir kaufen die Kunden nun wirklich das, was draufsteht, nämlich ein Produkt von Kart Republic. Ich bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein.

Vielen Dank, Dino, für das Interview. (November 2018)

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